Foto Peter Untersteller mit Bildunterschrift

In unsicheren Zeiten sollten Anleger in Sachwerte investieren, meint Peter Untersteller, Senior Portfoliomanager der genossenschaftlichen DZ Privatbank.      


Finanzexperte der DZ Privatbank rät: In Sachwerte investieren

Inflation und Zinsen werden sich mittelfristig bei rund drei Prozent einpendeln

Was macht den Menschen in Deutschland zurzeit am meisten Sorgen? Ist es die hohe Inflation, der bevorstehende Zinsanstieg oder die schwächelnde Konjunktur, lautete die Frage, die Gastreferent Peter Untersteller, Senior Portfoliomanager der DZ Privatbank, den Mitgliedern in der Generalversammlung der BodenseeBank stellte. Das Ergebnis der Abstimmung war eindeutig: Die Auswirkungen einer steigenden Inflation rangierten an klar erster Stelle, erst mit großem Abstand folgte eine rückläufige Konjunktur, während mit steigenden Zinsen die geringsten Einschnitte verbunden wurden.

Untersteller hatte seinen Impulsvortrag mit „Kapitalmärkte in Zeiten des Wandels“ überschrieben und zugleich festgestellt, dass wir es zurzeit mit einem „brutalen“ Wandel zu tun haben. Tatsächlich stelle die Inflation mit aktuell 7,6 Prozent (nach 7,9 Prozent im Vormonat) das Hauptproblem dar. Gründe für die hohe Inflation seien die „Nachwehen“ von Corona mit einer erhöhten Nachfrage im Gütersektor und gestörten Lieferketten. Stark gestiegene Energiepreise hätten die Inflation weiter angeheizt, so der Finanzexperte weiter. Wahrscheinlich um den Jahreswechsel 2022/23 werde die Inflationsrate aber wieder sinken, allerdings nicht so tief wie vor Corona. Mittelfristig würden sich Inflation und Zinsen bei rund drei Prozent einpendeln.

Was bedeutet diese Entwicklung nun für Privatinvestoren? Die Empfehlung des Portfoliomanager lautet „in Sachwerte investieren“. Das gelte für Immobilien, die noch teurer werden würden, ebenso wie für Aktien, deren Kauf um rund 20 Prozent günstiger werden dürfte. „Interessante Werte“ seien dabei vor allem Unternehmen als „Substanz-Anlage“, so die Unterstellers Einschätzung.