BodenseeBank profitierte 2020 von starker Kreditnachfrage

Solides Wachstum in unruhigen Zeiten

Sie lenken gemeinsam die Geschicke der BodenseeBank (von links): Aufsichtsratsvorsitzender Jörg Bauer, dessen Stellvertreter Steffen Smuda, die Aufsichtsratsmitglieder Florian Schäfer, Martin Zentgraf, Mathias Sinz und Bettina Schäffler (neu) sowie die beiden Vorstände Joachim Hettler und Hans-Martin Blättner.

Die Bayerische BodenseeBank - Raiffeisen - eG mit Sitz in Lindau war trotz vieler Unsicherheiten auch im Coronajahr 2020 gut unterwegs und konnte bei nahezu allen wesentlichen Eckdaten zulegen. Vorstand Joachim Hettler sprach bei der diesjährigen Generalversammlung in der Lindauer Inselhalle von einem „soliden Wachstum“. Große Steigerungen gab es vor allem im Kreditbereich, insbesondere aufgrund der anhaltend starken Nachfrage im Bereich Immobilien- und Wohnbaufinanzierung. „Erfreulich“ entwickelte sich auch die Mitgliederzahl, die zuletzt netto (Zugänge minus Abgänge) um 100 auf knapp 5300 angestiegen ist.

Die Bilanzsumme der Genossenschaftsbank wuchs im Geschäftsjahr 2020 um gut drei Prozent auf fast 376 Millionen Euro. Wurde solches Bilanzwachstum früher noch positiv bewertet, koste derlei „freie Liquidität“ heutzutage 0,5 Prozent Negativzinsen, kommentierte Hettler bei der Präsentation der Zahlen. Stark zugenommen haben die Kundenkredite, die um stolze neun Prozent auf annähernd 279 Millionen Euro gestiegen sind. Zusammen mit Verbundpartnern wie z.B. der Bausparkasse Schwäbisch Hall konnten die gesamten Kundenkredite auf rund 405 Millionen Euro gesteigert werden.

Kundenvolumen: Bald eine Milliarde Euro

Nicht ganz so stark, aber immerhin noch um knapp sieben Prozent nahmen die Kundengelder zu – sie summierten sich zuletzt auf fast 272 Millionen Euro. Zusammen mit den Einlagen bei den Verbundpartnern erreichten die Kundengelder insgesamt über 513 Millionen Euro. Damit erreichte das betreute Kundenvolumen (Kundenkredite plus Kundengelder) im vergangenen Jahr rund 918 Millionen Euro – dies entspricht einem Zuwachs von fast acht Prozent. Hettler: „Wir nähern uns in großen Schritten der Milliarde.“

Das Zinsergebnis, das vor allem wegen der Nullzinspolitik der EZB seit 2017 rückläufig ist, verzeichnete im abgelaufenen Jahr mit 5,866 Millionen Euro nur noch einen Rückgang von 82 000 Euro. Die Abwärtsentwicklung konnte vor allem durch die starke Ausweitung des Kreditgeschäfts „etwas abgemildert“ werden, so Hettler. Im Gegensatz dazu ging es mit dem Provisionsergebnis nochmals aufwärts, es stieg um 122 000 Euro auf 3,710 Millionen Euro. Mit 1,887 Millionen Euro falle das Ergebnis vor Steuern zwar schlechter aus als im „Ausnahmejahr 2019“, liege aber dennoch auf dem Niveau der vergangenen Jahre, erklärte Hettler.

Drei Prozent Dividende

Unterm Strich weist die BodenseeBank für 2020 einen Bilanzgewinn von gut 452 000 Euro aus. Nach Abzug von gesetzlichen und anderen Rücklagen verbleibt ein Betrag von rund 106 000 Euro, der in Form einer dreiprozentigen Dividende an die Genossenschafter*innen ausgeschüttet werden soll. Mit den Rücklagen habe man das Eigenkapital, die „Wurzel des Unternehmens“, nochmals um 800 000 Euro auf insgesamt 36,5 Millionen Euro aufstocken können, so Hettler. Zusätzlich wurden 700 000 Euro in Vorsorgereserven verbucht. Das Ergebnis insgesamt bezeichnete der Vorstand als „auskömmlich“.

Der Vorsitzende des Aufsichtsrats, Jörg Bauer, zeigte sich mit dem Ergebnis „recht zufrieden“. Damit liege die BodenseeBank „bundesweit im Mittelfeld des Genossenschaftssektors“. Insgesamt betrachtet sei das Geschäftsjahr ein „sehr turbulentes Jahr“ gewesen. „2020 war nicht nur von der Coronakrise, sondern auch von einem häufigen Wechsel im Vorstand der Lindauer Regionalbank geprägt“, erklärte Bauer. Umso mehr freue er sich, dass man mit dem neuen Vorstandsmitglied Hans-Martin Blättner einen fachkompetenten und sehr erfahrenen Banker gewonnen habe. Bauer: „Mit ihm haben wir einen echten Treffer gelandet!“

Fusion hätte Eigenständigkeit gefährdet

Auf die gescheiterten Fusionspläne mit der Volksbank Lindenberg ging der Aufsichtsratschef kurz ein. Der Zusammenschluss der beiden Geldinstitute, bei dem die BodenseeBank „durch die Verlegung des Verwaltungssitzes nach Lindenberg ihre Eigenständigkeit verloren“ hätte, sei nun „endgültig vom Tisch“, sagte Bauer.

Neu: Sechs Aufsichtsratsmitglieder

Neben diversen Satzungsänderungen, die einstimmig angenommen wurden, warteten auf die Genossenschafter*innen noch Wahlen zum Aufsichtsrat. Mathias Sinz, der vor knapp einem Jahr in das Gremium gewählt worden war, kandidierte erneut und wurde einstimmig in dieser Funktion bestätigt. Neu und ebenfalls einstimmig in den Aufsichtsrat gewählt wurde Bettina Schäffler, Steuerberaterin in Lindau. Dass der Aufsichtsrat der BodenseeBank auf sechs Mitglieder aufgestockt und möglichst mit einer Frau besetzt werden soll, sei der ausdrückliche Wunsch der Genossenschaftsmitglieder gewesen, hieß es.  

 

Foto: BodenseeBank/Ulrich Stock