Geschäftsführer der UNION zu Gast bei der BodenseeBank in Lindau

„Fonds sind das bessere Sparbuch“, rät Klaus Riester von der UNION Investment.

Die Märkte blühen – und das trotz Corona. Warum das so ist und welche Schlüsse daraus für die Geld- und Vermögensveranlagung zu ziehen sind, versuchte Klaus Riester den Mitgliedern der BodenseeBank bei der diesjährigen Generalversammlung in der Lindauer Inselhalle klarzumachen. Der Geschäftsführer der UNION Investment Privatfonds GmbH (Frankfurt a.M.) sprach in seinem Gastvortrag zum Thema „Was erwartet die Wirtschaft und die Gesellschaft in der Zukunft: Liegt alles zerbrochen am Boden oder ist alles halb so schlimm?“

Sparquote hoch wie nie

Der renommierte Investmentexperte veranschaulichte zunächst anhand von vier Beispielen, welche Auswirkungen der erste große Lockdown vor gut eineinhalb Jahren auf die Bereiche Industrie, Energie, Konsum und Staat hatte und zu welcher Situation diese Entwicklung bis heute geführt hat. Folge sei zunächst ein „kompletter Stillstand“ gewesen, der Unternehmen wie auch Privathaushalte gleichermaßen traf. So wurde nicht nur die Produktion bei der Auto-Industrie eingestellt bzw. reduziert – auch der „Energieverbrauch kollabierte“, weil nur noch halb so viel Energie benötigt wurde. Ebenso brach der Konsum ein, während gleichzeitig die Sparquote mit über 20 Prozent auf ein noch nie dagewesenes Niveau hochschnellte. Der Staat wiederum machte während dieser Zeit fünfmal so viel Schulden im Vergleich zur Finanzkrise.

Riester fasste das so zusammen: „Alles wurde einmal durchgeschüttelt und auf den Kopf gestellt.“ Dennoch zeigte sich der Banker überzeugt, dass sich Wirtschaft, Staat und Konsum schon bald erholen werden, ja sogar gestärkt aus der Krise hervorgehen werden. So werde es bei der Industrie noch etwas dauern, bis die Lieferengpässe – Stichwort Halbleiter – beseitigt sind. Dann würden auch Bereiche wie beispielsweise die Unterhaltungselektronik wieder Fahrt aufnehmen und die Bereitschaft bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern, wieder mehr Geld auszugeben als nur noch zu sparen, zunehmen. Selbst der Staat werde die finanziellen Auswirkungen, zumindest vorerst, nicht sonderlich spüren, so Riester. Denn die Europäische Zentralbank (EZB) werde „dafür sorgen, dass der Zins auf Jahre niedrig bleibt“.

 

Geld gestreut anlegen

Der „Nachfrage-Überhang“, bedingt durch die Lieferengpässe, sei gut für die Wirtschaft, ist Riester überzeugt. Dies würde den Nachholeffekt verstärken und Deutschland bis Ende kommenden Jahres ein „Wachstum von vier bis fünf Prozent“ bescheren. Die derzeit hohe Inflation werde bis zum Frühjahr noch etwas ansteigen, dann aber wieder auf etwa zweieinhalb Prozent sinken. Vor diesem Hintergrund würden sich Zinsanlagen auch weiterhin nicht rentieren, so der Investmentexperte. Sein Rat für die Anlegerinnen und Anleger: „Legen Sie Ihr Geld gestreut an! Zwei bis drei Monatsgehälter bzw. Renten als Notgroschen aufbewahren und den Rest in Sachwerte, Rohstoffe und Immobilien investieren! Regelmäßig kleine Beträge in einen Fonds einzahlen und dabei Vermögen bilden. So funktioniert Sparen heute, und so wird es auch nach Corona funktionieren!“